Rezension zum Konzert "Bobtists" im "Bogart's Jazz Club" am 03.10.2002

 

Mit den Boptists zeigten sich dem Rostocker Publikum gleich drei bekannte Gesichter. Torsten Zwingenberger, der Schlagzeuger, hatte schon zweimal mit seinem fantastischen Handwerk und seiner eleganten und zugleich energiegeladenen Spielweise im „Ursprung“ überzeugt. Der Bassist Robin Draganic begleitete ihn damals, als die Sängerinnen Lyambiko und Twana Rhodes ihr Stelldichein im Club gaben. Nicht zuletzt war auch Finn Wiesner zum zweiten Mal hier. Im vorigen Jahr spielte der Saxofonist im Helmut Brandt Septett mit. Neu für die Rostocker Jazzfreunde war Ekkehard Wölk am Klavier.

 

Wie auf ihrer aktuellen CD „it was a good ride“ präsentierte die Combo in ihrem Konzert Eigenkompositionen aus der Feder von Wölk und Wiesner, die den Charakter des klassischen Hard Bop achtungsvoll widerspiegeln und dabei soviel Fahrt und Charme bekommen, dass es zu einem wirklichen Spaß wird, zuzuhören. Zwingenberger liefert souverän, diszipliniert und einfallsreich Fundament und Gerüst, wobei er wie seine Kollegen immer wieder auch solistisch brilliert. Wölk am Piano beherrscht das weite Feld vom traditionellen bis zum modernen Jazz, stürzt sich als Tastenritter in eindrucksvolle Improvisationen, ohne den homogenen Klang der Band aufzulösen. Wiesners Saxofonspiel ließ die Gesinnung der großen Vorbilder dieser Ära wie Sonny Rollins oder John Coltrane erkennen. Dennoch blieb sich der sympathische Musiker mit geschmeidiger Spielart und dem ästhetischen Ton treu. Er agierte nicht zurückhaltend, aber sparsam, wenngleich er mit sprudelnden Improvisationsflüssen angenehm hörbar blieb, verstand er es, das Sprichwort „Weniger ist manchmal mehr“ auf wohlige Weise umzusetzen – eine Gabe, die nicht allen Jazzmusikern eigen ist.

 

Der Bassist bestach mit dem, was er am besten kann, professionelles, intelligentes und zugleich unglaublich kreatives Musizieren, sicher und selbstverständlich und doch für Überraschungen in zahlreichen Soli gut. Das Konzert überzeugte die zahlreich erschienenen Besucher von Bogarts Jazz Club und ermunterte viele zum Kauf der neuen CD der Band.